“Have you heard me breathe?”

24. April 2025 / 19:00

Damir Bačikin, Solotrompete, Elektronik — Ralf Hoyer, Elektronik, Klangregie

Damir Bačikin ist ein sehr viel­seit­iger Musik­er, der sich als äusserst vir­tu­os­er Trompeter vor allem auf zeit­genös­sis­ches und solis­tis­ches Reper­toire sowie Kam­mer­musik spezial­isiert hat. Er war zweimal Preisträger beim Wet­tbe­werb für Blech­blasin­stru­mente in Bel­grad und gewann zahlre­iche Stipen­di­en in Deutsch­land — seit langem wohnt er in Berlin. Er unter­nahm Tourneen in Europa, Asien und Südameri­ka.

MACH – so heißt ein Zyk­lus von Stück­en für Soloin­stru­mente, den Eres Holz 2011 mit einem Trompe­ten­so­lo begann. Jedes Werk nutzt die typ­is­che Vir­tu­osität des Instru­ments. — Zen­trales The­ma ist die Suche nach Empathie und die Über­win­dung von Ein­samkeit. Dass fünf dieser Stücke während der Coro­­na-Pan­demie 2020/21 ent­standen, ver­lei­ht ihnen eine zeit­di­ag­nos­tis­che Dimen­sion: Der Men­sch bleibt – auch in Iso­la­tion – ein ani­mal sociale.

Damir Bacikin: “Sev­dah of Berlin ist ein Stück, das den Moment beschreibt, in dem Reli­gion auf Musik trifft und die Stim­mung in ihrer ganzen Trag­weite zum Aus­druck bringt, wobei sich die ein­fach­sten Bewe­gun­gen — wie zwis­chen zwei Tönen — zu etwas entwick­eln, das Gott nahekommt.”

Max E. Keller: “Der Gegen­satz von ruhi­gen, aus­ge­hal­te­nen und unruhig bewegten Tönen ist die Grun­didee von Ruhe und Unruhe. Nach der Eröff­nung mit lan­gen, leisen Tenu­ti mis­chen sich zunehmend schnelle Ton­grup­pen dazwis­chen. Umgekehrt bilden sich am Schluss die Grup­pen zurück, die tenu­ti übernehmen wieder das Geschehen und zer­bröseln schliesslich in tiefen Geräuschk­län­gen.”

Der sehr kurze Titel »L«  von Hel­mut Zapf ste­ht für Luft, Lippe, Lachen, Lied, Liebe, leer, laut, leise und auch lydisch. Der durchkom­ponierte Wech­sel zwis­chen den bei­den Soloin­stru­menten bes­timmt den For­mver­lauf der Kom­po­si­tion und unter­stützt das assozia­tive Beschreiben der erwäh­n­ten L‑Worte.

Damir Bacikin: Ear­worm! ist ein Stück, das aus einem Kopf voller chao­tis­ch­er und unruhiger Gedanken geboren wurde. Ent­standen ist die Kom­po­si­tion aus der Idee zweier Klangquellen, durch welche ein ganz neues Spek­trum an Klang­ef­fek­ten und Inter­vallen entste­ht, die in per­fek­ter Koop­er­a­tion mit dem aufgeze­ich­neten Zus­piel ste­hen.”

Ralf Hoy­er: “loop the loop: Als loop wird eine wiederkehrende musikalis­che Abfolge beze­ich­net — in der Pop-Musik oft von ein­er „drum machine“ erzeugt — zu der dann weit­ere musikalis­che Schicht­en dazu kom­men. Doch kann die loop auch eine Begren­zung sein, die eine Musik am Abheben hin­dert… loop the loop heißt auch, einen Loop­ing drehen.