Belenus Quartett

7. September 2024 / 19:00

Seraina Pfenninger, Violine; Anne Battegay, Violine; Esther Fritzsche, Viola; Jonas Vischi, Violoncello

Der ital­ienis­che Name Aria meint im Stre­ichquar­tett von Iris Szeghy nicht etwa eine stil­isierte Opernar­ie, son­dern einen Typ von Instru­­men­­tal- und Charak­ter­satz, wie er im ital­ienis­chen und deutschen Barock etwa seit Cac­ci­ni oder Fres­cobal­di oft als The­ma für Instru­men­tal­vari­a­tio­nen genom­men wurde, als Suit­­en-Satz oder auch selb­ständig als Aria oder Air. Dabei hat neben der meist gesan­glichen, stro­phenar­ti­gen Melodie das har­monis­che Gerüst über einem oft osti­nat­en Bass kon­sti­tu­ierende Bedeu­tung. In Szeghys Werk kon­trastiert eine melan­cholis­che, auf barocke Art verzierte Melodie des Cel­los und der Vio­la mit einem Osti­­na­­to-Motiv in den Geigen. Das Werk been­det eine kurze Coda mit einem pas­toralen Motiv in der hohen Lage der 1. Geige.

In Ergänzung erklingt Felix Mendelssohns a‑Moll-Quar­tett. Der 18-Jährige kom­ponierte es 1827, unmit­tel­bar nach­dem in Berlin die Nachricht vom Tode Lud­wig van Beethovens eingetrof­fen war, den der junge Kom­pon­ist abgöt­tisch verehrte. Eine Fülle offen­er oder ver­steck­ter Zitate Beethoven­sch­er The­men deutet darauf hin, dass er sein Quar­tett als Hom­mage an den verehrten Meis­ter ver­stand.

Die sich verziehende und neu ord­nende geometrische Form war Inspi­ra­tionsquelle zum Stre­ichquar­tett Trapez von Cécile Mar­ti. Der Beginn des Stücks gestal­tet sich durch Dehnen und Weit­en eines Tones hin zu Klangflächen. Die vier Musiker:innen begin­nen auf der­sel­ben Ton­höhe und dehnen den Klang durch feine Glis­san­­do-Bewe­­gun­­gen. Das Dehnen der Klänge entwick­elt die zur sich daraus ergeben­den Klang-Pro­­gres­­sion.