«Ecce Homines»

Ensemble Van der Waals & Corinne Holtz

3. Dezember 2024 / 19:00

Daniela Müller & Egidius Streiff, Violine — Fabio Marano & Mariana Doughty, Viola — Ekachai Maskulrat, Cello

ecce homines vere­int die bei­den Stre­ichquin­tette im Geburt­stags­gruss an Klaus Hubers hun­dert­sten Geburt­stag mit ein­er Lesung der zu diesem Anlass erschienen Biogra­phie von Corinne Holtz; “Welt im Werk. Klaus Huber 1924–2017” Darin umstellt sie Huber “(..)mit Kon­tex­ten, die den Lesenden dazu zwin­gen, ihn selb­st in dur­chaus neuer Weise zu inter­pretieren, seine enor­men Leis­tun­gen als Kom­pon­ist in ihrer ganzen Dimen­sion zu erfassen und Irri­tieren­des bess­er zu ver­ste­hen” (Roman Brot­beck). Klaus Huber war überzeugt, von der Bedeu­tung des musikalis­chen Denkens wie von sich selb­st. Er war überzeu­gend in seinen Aus­führun­gen wie in seinen Ver­mit­tlungsar­beit­en. Er hat Gen­er­a­tio­nen von Stu­den­ten in Kom­po­si­tion unter­richtet und durch Werk und Wesen bee­in­flusst.

ecce homines ent­stand 1999 als let­ztes gross­es Stre­icher­w­erk. Darin tauchen Rem­i­niszen­zen an sein zweites Stre­ichquar­tett, aber auch Vorah­nun­gen zu seinem let­zten Werkes “Intar­sim­i­le” auf. Im Unter­schied zum erwäh­n­ten Stre­ichquar­tett “Von Zeit zu Zeit” ver­wen­det Huber im Quin­tett ein aus der ara­bis­chen Musik entlehntes Drit­tel­ton­sys­tem. Dies ver­stärkt den kon­tem­pla­tiv­en Charak­ter von Hubers Musik­denken und ver­lei­ht dem Stück ger­adezu Flügel, indem sich die Klänge fed­er­le­icht im Raum auflösen. Spätestens bei den leisen Anklän­gen an Mozart sind wir wohlbe­hütet gefan­gen in glück­lich melan­cholis­chem Bedauern.

Wolf­gang Amadeus Mozart schrieb seine späten Stre­ichquin­tette auf der Höhe seines Schaf­fens für pri­vate Anlässe. Wenn auch Jedes dieser vier Werke als Meis­ter­w­erk gilt, so ist es doch KV516 in g‑moll, das die Herzen unwider­stehlich berührt. Dies mag auss­chlaggebend gewe­sen sein, dass Klaus Huber wiederum in seinem Quin­tett den Bogen von Ara­bis­chem zu Abendländis­chem Musik­denken neu span­nt. In Mozarts Quin­tett erscheinen die vier Sätze in zunehmend düsterem Licht, nur um im Finale alle Sor­gen wegzuwis­chen.
Ensem­ble Van der Waals wurde von Musik­erin­nen gegrün­det, die schon lange lose zusam­mengear­beit­et hat­ten — Van der Waals Kräfte eben. Mit dem ful­mi­nan­ten Pro­gramm “Sturm und Tanz” erre­icht­en sie ein bre­ites Pub­likum jen­seits von Stil­bar­rikaden. Für das neue Pro­gramm stossen Fabio Mara­no und Egid­ius Streiff dazu: Bei­de hat­ten “ecce homines” oft zusam­men gespielt. Egid­ius hat zudem mit Mar­i­ana Doughty eine CD mit den Stre­ichquar­tet­ten von Huber real­isiert (www.streiffzug.com/sc-1501). Sie wurde von Dia­pa­son mit dem “coup de la coeur” aus­geze­ich­net.